Geschichte

Erste Erwähnung

Das katholische Leben in Weilburg geht weit über 1.000 Jahre zurück. Bereits 912 wurde in einer Urkunde König Konrads I. erwähnt, dass er dem Stift, das zu Ehren der heiligen Gottesmutter Maria erbaut wurde, Eigengüter im Lahngau schenkte.

Nach der Reformation

Ein weiteres wichtiges Datum im katholischen Leben Weilburgs ist 1768 mit dem Bau der steinernen Brücke. Viele katholische Handwerker kamen aus diesem Grund in die Stadt an der Lahn. Auf ihren Wunsch hin erhielten sie vom Fürsten die Erlaubnis, dass an Sonn- und Feiertagen in einem Zimmer im Viehhof neben der Reitschule eine Messe gelesen wurde. Es wuchs der Wunsch, eine eigene Kirche und einen eigenen Pfarrer zu bekommen. 1813 wurde als „Pfarrverweser“ Pater Damasus Huberti eingesetzt. Und vier Jahre später kam mit Franz Anton Hisgen der erste eigene Pfarrer nach Weilburg. Nun musste auch ein Ort für den Kirchbau gefunden werden. Nach längerer Planung entschied man sich für den Platz am Landtor. Noch während der Einrichtungsphase des neuen Gotteshauses verstarb Pfarrer Hisgen. Am 4. November 1821 wurde die Karlskirche am Landtor durch den Geistlichen Rat Bausch, zweiter Bischof des 1827 gegründeten Bistums Limburg eingeweiht. Der Schutzpatron der Karlskirche war Karl Borromäus.

Mit den Heimatvertriebenen

Durch die Heimatvertriebenen wuchs die Zahl der Katholiken in Weilburg stark an. Zählte man im September 1939 in der katholischen Pfarrei Weilburg rund 750 Katholiken, so wurden im Oktober 1946 bereits knapp 5.000 Katholiken ermittelt. Die Kirche am Landtor war mit ihren knapp 200 Sitzplätzen zu klein geworden. Ein Umbau hätte die Situation nicht verbessert. Pfarrer Norbert Freiburg, der 1945 als Koadjutor nach Weilburg kam und 36 ½ Jahre seinen priesterlichen Dienst in unserer Pfarrei versah, erkannte bald, dass ein Neubau die Lösung des Problems sei. Beschleunigt wurde das Neubauprojekt durch einen schweren Lastwagenunfall. Während einer Veranstaltung mit Jugendlichen in der Kirche am 7. Juni 1953 raste ein LKW ins gegenüberliegende Haus. Der LKW-Fahrer und ein Ehepaar starben. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn in dem Moment die Menschen aus der Kirche auf den schmalen Bürgersteig gegangen wären oder der LKW in die Kirche gerast wäre.

Neubau der Pfarrkirche

Nach vielen Schwierigkeiten wurde Pfarrer Freiburg der Bau der Kirche in der Nachbarschaft der Heilig-Grab-Kapelle und dem Kalvarienberg genehmigt. Für 750.000 DM errichtete er 1958 die Kirche „Heilig Kreuz“. Die Chronik berichtet, dass während der Richtfestfeier am 28.10.1958 die Wahl Papst Johannes XXIII im Fernsehen bekannt gegeben wurde und sich der versammelte Kirchenvorstand über den Bildschirm den ersten päpstlichen Segen erteilen ließ.
Als Ort für den Neubau wurde die Frankfurter Strasse 8 ausgewählt. Doch viele Hindernisse wurden Pfarrer Freiburg für den Neubau der Kirche in den Weg gestellt. Unter anderem wurde die alte, abbruchreife Landwirtschaftsschule, die auf dem Grundstück stand, noch bewohnt. Selbst eine Räumungsklage fruchtete nicht. Doch Pfarrer Freiburg entschied wutentbrannt, dass die Kirche unmittelbar hinter dem Haus gebaut werden sollte. Aus diesem Grund ist die Kirche so weit nach hinten versetzt. Auf dem Platz, an dem das alte Haus stand, ist heute der Parkplatz angelegt.
Das Bauprogramm sah eine Kirche mit 500 Sitzplätzen vor, einen Gemeinderaum, ein Pfarrhaus, eine Küsterwohnung und 2 Garagen. Pfarrer Freiburg legte aus ortspolitischen Gründen viel Wert darauf, dass viele einheimische Firmen berücksichtigt wurden. An Sonntagen pilgerte dann halb Weilburg zu dem Gelände, um zu sehen, welche Fortschritte erzielt worden waren. Am 24. Mai 1959 konsekrierte Bischof Kempf das neue Gotteshaus, das den Namen Heilig-Kreuz-Kirche erhielt.

Glockenweihe

1981 erhielt die Pfarrkirche fünf neue Glocken. Sie tragen die Namen „Sonntagsglocke: Gott Vater“ „Abendglocke: Gott Sohn“ „Mittagsglocke: Gott Heiliger Geist“ „Taufglocke: Maria“ und „Totenglocke: Hl. Karl Borromäus“. Zusammen wiegen die Glocken knapp 3000 kg.

Kirchenfenster

Besonders sehenswert sind in der Kirche die Fenster. Auf der rechten Seite sind Szenen aus dem Alten und auf der linken solche aus dem Neuen Testament dargestellt. Auf der Westseite begegnen sich beide Testamente.

Das Gebiet der Pfarrei umfasst die Ortschaften Weilburg, Ahausen, Allendorf, Essershausen, Edelsberg, Kirschhofen, Kubach, Merenberg, Odersbach.

 

Zentralpfarrei

Die Pfarrei ist die Zentralpfarrei im Pastoralen Raum Weilburg. Zu diesem gehören die Pfarreien Dreifaltigkeit Weilmünster, St. Hedwig Löhnberg und Christkönig Gräveneck.--- Weitere Informationen über unsere Pfarrkirche und Gemeinde entnehmen Sie bitte der Festschrift „175 Jahre Katholische Kirchengemeinde Weilburg 1821 – 1996“, die Sie käuflich im Pfarrbüro erwerben können.