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20.04.2017

Infoveranstaltung zur Pfarreiwerdung

Bezirksreferent erläutert Weg 

Weilburg/Waldhausen - Der Pastoralausschuss lud für Mittwoch, dem 19.04.2017, zu einer Infoveranstaltung über die Pfarreiwerdung ein, die von mehr als 100 interessierten Personen besucht wurde. Nach der Begrüßung durch die Pastoralausschuss-Vorsitzende Renate Schuld (Waldernbach) eröffnete Bezirksreferent Dr. Georg Poell (Hadamar) seine Ausführungen mit Begriffsklärungen. Er erläuterte, dass bisher die Begriffe "Pfarrei" "Kirchengemeinde" und "Pfarrgemeinde" meistens synonym verwendet wurden. Der Mittelpunkt war die jeweilige Pfarrkirche. In jeder Pfarrei wurden die Sakramente gespendet und es fand ein eigenes Pfarrleben statt. Der Verwaltungsrat war für die finanziellen Angelegenheiten und der Pfarrgemeinderat für die pastoralen Fragestellungen verantwortlich. Die Zusammenarbeit mit den Nachbarpfarreien war nur sporadisch vorhanden. Dies änderte sich, als vor ein paar Jahren die Pastoralen Räume installiert wurden.  

Pfarrei Neuen Typs 

Nun wurde etwas verbindlicher zusammen gearbeitet - aber jede Pfarrei blieb trotz allem selbständig.  Zum 01.01.19 werden die bisherigen Kirchengemeinden aufgelöst. An ihre Stelle tritt die "Pfarrei neuen Typs", kurz PnT. Sie ist das Gesamtgebilde, die zum Beispiel das zentrale Pfarrbüro beinhaltet und die Kirchenbücher führt. Die Weilburger Kirche wird die Pfarrkirche werden.  Aber natürlich werden auch weiterhin alle Kirchen als Gottesdienstorte bestehen bleiben und auch die Pfarrzentren können für das Leben vor Ort wie bisher genutzt werden. Denn natürlich ist es sinnvoll, dass die Caritas vor Ort beheimatet bleibt - schließlich muss man wissen, hinter welcher Tür Not herrscht. Die Kirchen werden in Zukunft als Kirchorte bezeichnet. Und es sollen auch weitere Kirchorte gestärkt werden, an denen kirchliches Leben gestaltet wird. Dies können zum Beispiel Krankenhäuser, Altenheime oder Kindertagesstätten sein. 

Was wird sich nun aber ändern? 

Bisher haben alle 9 Pfarreien unseres Pastoralen Raumes jeweils einen eigenen Pfarrgemeinderat und einen eigenen Verwaltungsrat. Diese werden zum 01.01.2019 aufgelöst. Die Rolle der Pfarrgemeinderäte wird in der Übergangszeit bis zur nächsten Wahl im Herbst 2019 vom Pastoralausschuss übernommen. Die bisherigen Pfarrgemeinderäte werden als Ortsausschüsse agieren und sich um das Leben vor Ort kümmern. 

Drei entscheidende Faktoren 

Im zweiten Teil des Vortrags ging Dr. Poell auf die Frage ein, warum nicht alles so bleiben kann wie bisher. Es gibt drei entscheidende Faktoren, die einen Wandel nötig machen:

Zum einen ist die Gesellschaft immer mobiler und flexibler. Die Zeiten, da sich das Leben im eigenen Dorf abspielte, sind lange vorbei. Heute sucht sich jeder seine Einkaufsmöglichkeiten, Freizeitgestaltungen oder ärztliche Versorgung selbst aus und ist dafür auch bereit, eine gewisse Strecke zurück zu legen. 

Ein zweiter Faktor ist die finanzielle Situation. Es gibt immer weniger Mitglieder in der Kirche, folglich sinken auch die Einnahmen. Und in den nächsten Jahren werden viele der Katholiken in den Ruhestand gehen und damit weniger Kirchensteuer zahlen. 

Ein dritter Faktor ist die rückgängige Zahl an Priestern und Pastoralen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Es ist erklärtes Ziel, dass in jeder PnT 2 Priester sowie mehrere Pastorale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ihren Dienst tun.  

Der zeitliche Ablauf 

Am Sonntag, 27.08. wird von 14.30 - 17.30 Uhr in der Westerwaldhalle Waldernbach die Auftaktveranstaltung statt finden. In dieser werden verschiedene Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit dem Konzept beschäftigen. Themen in diesen AGs können zum Beispiel das Thema "Caritas", "Kindergärten", "Vorbereitung auf die Sakramente" oder "Kirchenmusik" sein. Die Arbeitsgruppen werden bis Ostern 2018 abgeschlossen. Aus den Ergebnissen der Arbeitsgruppen wird der Entwurf der Gründungsvereinbarung zusammen gestellt. In dieser regeln die bisherigen Pfarreien zusammen mit dem Bischöflichen Ordinariat, wo die Schwerpunkte liegen sollen und wie das Leben in der PnT gestaltet werden soll.  Bis Sommer 2018 wird dann über den Entwurf im Bischöflichen Ordinariat beraten, bevor im Anschluss die Pfarrgemeinderäte durch den Pastoralausschuss angehört werden. Mit dem Beschluss der Gründungsvereinbarung im Herbst 2018 endet die Pfarreiwerdungszeit. Und zum 01.01.2019 wird die PnT durch Bischof Georg Bätzing gegründet. 

Fragen aus dem Publikum 

Nach einer kurzen Pause konnten die Anwesenden Fragen an den Referenten sowie den Priesterlichen Leiter Hans Mayer stellen. Dabei wurden einige Befürchtungen formuliert, zum Beispiel die Schließung einzelner Kirchen oder Überforderung von Ehrenamtlichen. Dr. Poell und Pfr. Mayer verdeutlichten aber, dass dies nicht unmittelbar mit der Pfarreineugründung in Zusammenhang stünde. Eine Kirche wird nur geschlossen, wenn sie nicht mehr durch die Gläubigen für Gottesdienste besucht würde - unabhängig davon, ob es eine Pfarrei Alten Typs oder PnT sei. 

Ebenso zerstreute Pfr. Mayer die Befürchtungen, dass durch immer weniger Hauptamtliche immer mehr Ehrenamtliche überfordert würden. Er wies darauf hin, dass jeder getaufte Christ für eine lebendige Weitergabe des Glaubens verantwortlich ist. Jeder ist durch die Taufe und Firmung eine "Hauptamtlicher". 

Namen der PnT 

Eine weitere spannende Fragestellung war die nach dem Namen der PnT. Dr. Poell berichtete von anderen Pfarreiwerdungsprozessen, in denen entweder ein neuer Patron gewählt oder auch der Patron der Pfarrkirche genommen wurde. Für beide Optionen ist das Bistum offen. Er machte aber auch noch einmal deutlich, dass letztendlich der Bischof über den Namen entscheidet. (GD)

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